Gastbeitrag: Brief an meinen Sohn

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von Jan-Peter Wöbking

Liebster Sohn, 

heute ist Dienstag der 28. April 2020. Du bist in diesen Tagen viereinhalb Jahre alt geworden und damit 5 Minuten älter als Deine Zwillingsschwester. Deine „jüngere“ Schwester wird Zeit ihres Lebens die Geschehnisse in diesen Monaten und in der Zukunft nicht verstehen können. Sie hat das Williams-Beuren-Syndrom und lebt damit in einer anderen – vermutlich viel schöneren Welt – als wir. Auch Deine ältere Schwester, die in diesem Sommer 8 Jahre alt geworden wäre, muss diese Geschehnisse nicht mehr selbst miterleben, schaut vielleicht aber genauso sorgenvoll von ihrem Regenbogen auf uns herunter wie Dein Opa – mein Vater. Ich habe dieses Video für Dich heute aufgenommen, um mich bei Dir aus tiefstem Herzen zu entschuldigen! 

Wenn Du dieses Video in ein paar Jahren siehst und mich fragst, warum habt Ihr das damals nicht verhindert, wenn Du mir vielleicht vorwurfsvoll sagst, man hat doch damals schon so viel über das Virus und die Auswirkungen und die Verbreitung gewusst, warum habt Ihr das damals nicht verhindert, dann soll dieses Video ein Beweis dafür sein, dass ich nicht einer der Millionen Mitläufer war, die wie eine Schafsherde von der Angst und der Panikmache gelähmt bereitwillig in diesen faschistoid, hysterischen Hygienestaat und in eine neue Art der Diktatur getrieben wurden. Nein, ich habe mich rechtzeitig über die Wahrheit und über die Fakten informiert, solange diese noch einer breiten Masse zugänglich waren. 

87 Jahre ist es her, dass in Deutschland aus Journalisten „Staatsdiener“ wurden und nicht einmal 30 Jahre sind vergangen, in denen Menschen in Deutschland in einem Überwachungs- und Denunziantenstaat eingesperrt waren. Nun gibt wieder erschreckende Parallelen zum „Schriftleitergesetz“, Menschen denunzieren wieder ihre Nachbarn, Professoren und Prominente werden öffentlich „hingerichtet“ und verlieren ihre Reputation, weil sie Fakten offenlegen oder Fragen stellen. Die Menschen werden wahlweise als „rechte oder linke Spinner“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Coronaleugner“ abgestempelt, wenn sie nicht zu 100% dem allgemeinen „Angst-Narrativ“ folgen.

Die erfolgten Änderungen im Infektionsschutzgesetz (oder entsprechende Gesetzesentwürfe) gleichen an einigen Stellen im Sinn und Wortlaut der „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ von 1933. Damit will ich die fürchterlichen Geschehnisse des 3. Reiches niemals und in keinster Weise verharmlosen. Im Gegenteil!
Es heißt: „Wehret den Anfängen!!!“ – doch es wehrt sich heute fast niemand – aus Angst vor Repressalien. Dabei sind die völlig überzogenen Grundrechtseinschränkungen in diesen Monaten, die unfassbaren Kollateralschäden und die uns drohende faktische Impfplicht gegen ein zumindest für dich völlig harmloses Virus wohl die größten Eingriffe in die Würde des Menschen und in das Recht auf körperliche Unversehrtheit in Deutschland seit dem Genozid der Nazis vor 80 Jahren und dem Schießbefehl an der Deutsch-Deutschen Grenze bis ins Jahr 1989. 

Leider konnte ich das als Einzelperson nicht verhindern und dafür schäme ich mich zutiefst!!!

Du wolltest von mir gestern wissen, ob Du auch so einen doofen Mundschutz tragen sollst, wenn Du mit mir einkaufen gehst oder irgendwann mal wieder mit Deinen besten Freunden spielen darfst und ob die Welt, wenn „die Krankheit“ (wie Du das Virus nennst) weg ist, eine schöne Welt sein wird, damit Du wieder ruhiger schlafen kannst. Leider konnte Deine Frage nicht konkret beantworten, niemand kann das wohl in diesen Tagen. 

Ich wollte Dir aber von meiner Oma erzählen, die im Jahr 1913 das Licht der Welt erblickte, eine Welt, die von Zukunftsoptimismus geprägt war – im „wilhelminischen“ Deutschland, in Europa, damals der Mittelpunkt der Welt überhaupt. Eine Welt, die schon in wenigen Jahren in Blut und Tränen untergehen sollte – um in dieser Form zumindest niemals wieder aufzuerstehen.

Hätte damals jemand meiner Oma die Zukunft vorausgesagt, was noch kommen würde, dann hätte sie sich wahrscheinlich gewünscht, niemals geboren zu sein. Vor dem Leben meiner Oma türmten sich nämlich große Abgründe und Schicksalsschläge auf und ich habe bis heute den aller größten Respekt vor ihr. Meine Oma hatte drei Fehlgeburten und sie verlor ihren Ehemann (einen Hauptmann der „Wehrmacht“) drei Jahre nach dem 2. Weltkrieg aufgrund einer schweren Lungenkrankheit, die er sich an der Front zugezogen hatte. Eine Witwenrente bekam sie dennoch nie, da der Tod nicht als Kriegsfolge anerkannt wurde. Mein Papa war damals 3 Jahre alt, als sein Vater verstarb und er selbst wurde auch nur 49 Jahre alt und verstarb an einer Lungenkrankheit. Auch dieses Schicksal (nämlich den Verlust des eigenen Sohnes zu Lebzeiten) musste meine Oma später verkraften.

Als meine Oma 10 war, das war 1923, kostete ein Stück Brot mehrere Millionen Mark, es war die Zeit der Hyperinflation, die jeden Wohlstand, alle Ersparnisse und Zukunftsaussichten sprichwörtlich vernichtete.

1945, als meine Oma 32 war, hatte sie schon zwei Weltkriege erlebt und überlebt – außerdem den Tod vieler Angehöriger, unzählige Luftangriffe, den Untergang des Kaiserreiches, der Weimarer Republik und des 3. Reiches, eine Weltwirtschaftskrise, Hungerwinter und vieles mehr. Trotzdem war sie bis zum Ende ihres Lebens – sie starb 2009 in einem biblischen Alter – eine herzensgute Frau, die ihr Leben gemeistert, meinen Papa am Ende des 2. Weltkrieges (1944) geboren und ihn in den Nachkriegswirrungen allein großgezogen hatte und sich dann später immer liebevoll um ihre Enkelkinder gekümmert hat.

Ich wollte Dir davon erzählen, dass Mama und ich in den letzten Jahren vor Eurer Geburt noch die ganze Welt bereisen durften. Wir sind bis zur anderen Seite der Welt nach Australien gereist. Es gab noch so genannte Grundrechte, die über 70 Jahre erstritten und geschützt wurden. Wir waren zumindest hier in Europa freie Menschen, die überall hinreisen durften und überall ihre Meinung sagen durften, ohne dass sie dafür bestraft wurden. Das war schon damals keine Selbstverständlichkeit in weiten Teilen der Welt. Und ich wollte Dir erzählen, dass sich alle Menschen in den letzten Jahren mit steigender Geschwindigkeit und unbekanntem Ziel auf einer unbekannten Reise befinden und die Kluft zwischen einer kleinen Elite, die sich die erlesensten Früchte der Moderne aneignet und den ganzen großen Rest der Weltbevölkerung, der von dieser Elite wie in einer Sanduhr ins Verderben getrieben wird, immer gigantischer wird. Die Globalisierung mit ihren Merkmalen des hochmobilen Kapitals, der rasanten Kommunikation und der raschen Mobilisierung hat weltweit zu einer Schwächung der konventionellen Regierungsformen geführt, ob in den westlichen Demokratien oder in autokratischen Regimen. 

Diese Entwicklung des so genannten „Korporatismus“ und „Neoliberalismus“ begann schleichend und vollzieht sich nun in Lichtgeschwindigkeit.

Ich habe Dir diese Geschichte nicht erzählt, weil Du diese Dinge mit Deinem unbedarften und unschuldigen Blick eines 4-jährigen jungen Mannes sicher noch nicht verstanden hättest. Ich habe zu Dir stattdessen gesagt: „Lass uns in den Garten gehen! Hörst Du, wie die Vögel zwitschern, die sonst alle paar Minuten von den Flugzeugen, die vom benachbarten Flughafen Hannover aus starten, verstummt werden? Siehst Du den tiefen blauen Himmel, der nicht mehr von den vielen Kondensstreifen der Flugzeuge ‚zerschnitten‘ wird? Siehst Du die Rehe, die sich wieder aufs Feld trauen, weil so wenig Menschen draußen spazieren gehen? Bald wirst Du wieder mit Deinen Freuden spielen können. Das verspreche ich Dir!“

Wir schauten uns an und nahmen uns in die Arme…

Diese Dokumentation (https://www.youtube.com/watch?v=nxx3gpyAkkc&list=PL7lDfsn_lG_ZuesdMZ3YkOukxBxdc2NeJ&index=1) soll ein Zeitzeugenbricht sein, ein Beweis dafür sein, wie wir von der Propaganda von Politik, Konzernen und Medien in eine neue (unfreie) Welt getrieben wurden, von der ich – Dein Vater – nur eine Vorahnung hatte. Was die Zukunft wirklich bringt, das weiß ich am heutigen Tage natürlich nicht…

Ich liebe Dich!
Dein Papa

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf www.umarmbar.com

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