Gastbeitrag: Geschichten aus einem kranken Haus / Land

Beitragsbild von Tarna66

Von Oliver Schmidt

„Eben habe ich eine Bekannte ins Krankenhaus begleitet. Pflichtbewusst bin ich mit meinem Attest ohne Maske direkt zum zentralen Infopunkt gegangen.

Ich:
„Guten Tag. Ich bin per Attest von der Maskenpflicht befreit und möchte eine Bekannte zu einer medizinischen Untersuchung begleiten. Eine Begleitung ist aus medizinischen Gründen erforderlich. Ich wollte Ihnen nur diesen Hinweis geben, damit Sie Bescheid wissen.“

Dame an der Info:
„Hallo. Sind Sie als Begleitperson zwingend erforderlich?“

Ich:
„Ja, das sagte ich ja bereits.“

Dame an der Info:
„Einerseits sind Sie zwar durch das Attest legitimiert sich ohne Maske im Krankenhaus aufzuhalten. Andererseits müssen Sie berücksichtigen, wie das auf die anderen Menschen wirkt, die eine Maske tragen. Sie haben ja kein Schild auf der Stirn, auf dem steht, dass Sie ein Attest haben. Bitte denken Sie doch an die Masken tragenden Menschen!“

Ich:
„Das sind ja zwei verschiedene Paar Schuhe. Auf der einen Seite die Frage „Was denken andere Menschen wohl über mich?“. Auf der anderen Seite Ihre fachliche Auskunft/Erlaubnis, die ich jetzt gerne hätte.“

Dame am Infoschalter:
(erneut)
„Ja, aber was sollen die anderen Menschen denken?“

Ich:
„Also, ich gehe dann mal einfach los. Und jeder darf mich natürlich gerne jederzeit ansprechen. Ich bin ein freundlicher Mensch und erkläre die Situation gerne.“

Dame am Infoschalter:
Große Augen. Nervosität. Schweigen….

Ich bin dann losgelaufen. Niemand hat mich angesprochen. Viele trugen die Maske unter der Nase. Selbst in medizinisch kritischen Bereichen.

Weil mir dieses ganze Theater unsäglich auf die Nerven ging, wollte ich mir dann in der Bäckerei, die im Eingangsbereich angesiedelt ist, einen Kaffee to go gönnen. Den Kaffee habe ich leider nicht bekommen. Denn Menschen ohne Maske und mit Attest werden in der Krankenhausbäckerei nicht bedient.

Mein Hinweis, dass ich gerade durch das gesamte Krankenhaus ohne Maske laufen durfte wurde hämisch ignoriert.

(Oliver Schmidt)

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