Auf Kollisionskurs: Zwei Denkweisen prallen aufeinander

Übersetzung eines Erklärvideos zum Covid-Paradox

Beitragsbild von Uriel Soberanes auf Unsplash

Twitter-User Cognitivy Empathy hat ein großartiges Video gemacht, um die verfahrene Situation unserer Gesellschaft, die tiefen Gräben zwischen den Fronten und den harschen Tonfall zu erklären.

Jeder mit ausreichenden Englischkenntnissen möge sich bitte dieses Video ansehen und -hören:

Wer sich das Video angesehen hat und nicht alles verstehen konnte, für den erkläre ich anhand von ein paar Screenshots die meines Erachtens unglaublich wichtigen Feststellungen von Cognivity Empathy:

Zunächst der Titel des Videos

“Zwei gedankliche Modelle über Covid-19 … und ihre Auswirkungen“

Inhaltsverzeichnis:
  • zwei [gegensätzliche] gedankliche Modelle / [Herangehensweisen an das Thema]
  • die Auswirkungen der gedanklichen Modelle
  • das fehlende Einfühlen/Beschäftigen mit der jeweils anderen Herangehensweisen
  • Macht und Abstempeln [Cancel-Culture]
  • Zusammenfassung
Prinzipien der gedanklichen Modelle / Schema

Als Grundlage zur Erläuterung der gedanklichen Modelle dient jeweils dieses Schema, in den auf den einzelnen Menschen bzw. die Menschheit als Gesamtheit Verschiedenes einwirkt:

Äußere Einflüsse/Stressoren
  • endemische (örtlich begrenzt auftretende) und saisonale Viren
  • Temperaturextreme
  • Konjunktureinbrüche und Entbehrungen
  • Schicksalsschläge
Stoffwechselerkrankungen
  • Blutfettwerte
  • Diabetes
  • Blutdruck etc.
Mangelerscheinungen
  • Vitamin D
  • Nicotinamidadenindinukleotid
  • Vitamin K2 etc.
Das erste Gedankenmodell / die erste der Herangehensweisen:
„Andromeda Covid“ = quasi apokalyptisches Covid

Das erste der beiden gedanklichen Modelle / Betrachtungsweisen nennt Cognivity Empathy „Andromeda Covid“

„Andromeda“ bezieht sich hierbei auf den Titel des Science Fiction Romans „The Andromeda Strain“ von Michael Crichton, in dem eine Sonde tödliche Viren aus dem Weltall auf die Erde schleppt, und betont damit die Neuartigkeit des Virus, dem [scheinbar?] keine Antwort des menschlichen Immunsystems gegenübersteht.

Für die Menschen, die dieser geradezu apokalyptischen Sichtweise auf das Virus anhängen, stellt SARS-CoV2 eine Bedrohung dar, die weit größer ist als alle äußeren und inneren Einflüsse auf den Menschen zusammengenommen (Dicke des roten Pfeils im Vergleich zu den anderen Pfeilen)

Das zweite Gedankenmodell / die zweite der Herangehensweisen:
„eine-Art-von-Grippe-Covid“

Das zweite der beiden gedanklichen Modelle / Betrachtungsweisen nennt Cognivity Empathy „just-like-flu Covid“ – Covid als auch nur eine weitere (evtl. schwere) Grippewelle.

Hierzu eine Bemerkung von mir:

Die Grippe (Influenza) ist eine ernstzunehmende Erkrankung und keinesfalls mit der saisonalen Erkältung zu verwechseln, die uns maximal eine Woche oder zehn Tage ins Bett verbannt.
Grippe hat tödliches Potential, was die ca. 25.100 Grippetoten (ermittelt als Exzess-Mortalität) in der Saison 2017/18 eindringlich bestätigen.

Laut Cognivity Empathy ist für die „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion Covid eine weitere – durchaus ernstzunehmende – saisonale Viruserkrankung.

Umgang mit Covid aus Sicht der Fraktion des apokalyptischen Covid

Da das quasi apokalyptische „Andromeda Covid“ ohne jegliche Vorgänger in der Menschheitsgeschichte ist, gehen laut Cognivity Empathy die Anhänger dieser Sichtweise davon aus, dass der Mensch den Angriff des Virus nur bestehen kann durch einen externen Schutz (violetter Halbmond).

Zentraler Punkt beim Modell des apokalyptischen Covid: Impfung

Nur durch eine prophylaktische Impfung kann nach Ansicht der Vertreter der Sichtweise eines apokalyptischen Covid die Menschheit gerettet werden.

Da die Entwicklung eines Impfstoffs und die Gabe an alle aber Zeit benötigt, braucht es eine Übergangslösung.

Nicht pharmazeutische Interventionen (NPIs)

Isolation, Lockdowns, die Reduzierung auf lebensnotwendige Aktivitäten sollen gemäß den Anhängern des apokalyptisches-Covid-Modells die Zeit verschaffen, um die Menschheit final durch Impfung zu retten.

Außer Acht gelassen: Auswirkungen der NPIs

Allerdings lassen die Anhänger des apokalyptisches-Covid-Modells in ihrer Betrachtung außer Acht, dass die genannten Maßnahmen nicht ohne Auswirkungen bleiben, die sich als Konjunktureinbrüche, Entbehrungen und Schicksalsschläge ebenfalls negativ auf die Gesundheit der Menschen auswirken.

Umgang mit Covid aus Sicht der Fraktion des „eine-Art-von-Grippe-Covid“

Laut Cognivity Empathy ist für die „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion das Virus eine weitere saisonale Erscheinung, die den Menschen mit seinen ggf. zugrundeliegenden Stoffwechserkrankungen und Mangelerscheinungen genauer unter die Lupe nimmt, als es die herkömmliche Grippe macht (das Auge).

Zentraler Punkt beim Modell des „eine-Art-von-Grippe-Covid“: ein Bündel an Maßnahmen

Cognivity Empathy führt aus, dass die „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion eine ganze Reihe an Maßnahmen gegen das Virus kombinieren möchte:

  • Minimierung von anderen existenziellen Bedrohungen 1
  • Ausweitung der Behandlungskapazitäten 2
  • Nutzen bestehender Behandlungsstrategien 3
  • Schutz der Risikopatienten 4

Hierzu einige Bemerkungen von mir:

1 – aktuell zeigt sich, dass in der sogenannten 3. Welle vor allem Migranten von Covid betroffen sind, denen aufgrund finanzieller und räumlicher Beschränkung die Möglichkeiten zum Eigenschutz fehlen, die Privilegierte in ihren Einfamilienhäusern oder Eigentumswohnungen haben

2 – anstatt die Kapazitäten auszubauen, wurden in Deutschland rund zwanzig Krankenhäuser geschlossen

3 – statt dessen wurden und werden Hinweise auf weniger invasive Beatmungsformen und die leichteren Verläufe zum Beispiel bei der Gabe von Asthmasprays ignoriert

4 – das Tübinger Modell zeigte schon seit dem Sommer 2020, dass freiwillige Einkaufszeiten für Risikopatienten und das Angebot von zB Taxis statt ÖPNV für vulnerable Gruppen ein effektiver Schutz ist

Weiterer Punkt beim Modell des „eine-Art-von-Grippe-Covid“: Ansetzen bei den Grunderkrankungen/Mangelsituationen

Ergänzend sollten gemäß der „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion weitere Punkte angegangen werden

  • Verbesserung der Gesundheit durch eine Ernährungsumstellung
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • spezielle Trainingsformen
  • Nahrungsergänzungsmittel
Problem: das fehlende Einfühlen/Beschäftigen mit der jeweils anderen Herangehensweise

Laut Cognivity Empathy stehen sich die Anhänger der jeweiligen Denkmodelle in homogenen Gruppen, die einander untereinander bestärken, gegenüber – während zwischen den Gruppen keinerlei Austausch stattfindet.

Das Denken der „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion über die Gegenseite:
  • Sie betrachten nicht die (individuelle) Gesundheit der Menschen, nicht die (negativen) Auswirkungen der NPIs
  • Warum blenden sie die Realität aus? (Dass Selbstständige, Künstler, Heranwachsende, Kinder unter den Maßnahmen leiden und bis hin zum Suizid daran zugrundegehen)
  • Sie bedenken nicht die Konsequenzen der Maßnahmen wie Lockdowns.
  • Sie verhalten sich unethisch. Es ist eine Verschwörung
  • Sie sind Diktatoren.
Das Denken der „apokalyptisches Covid“-Fraktion über die Gegenseite:
  • Sie wollen, dass die Leute wie wild zusammenglucken und sich dabei gegenseitig umbringen
  • Sie sind Impfgegner
  • Sie denken nur an die Wirtschaft, das Geld
  • Sie wollen, dass Menschen sterben
  • Wir müssen Leben retten. Lasst sie uns abstempeln (canceln)
Gesellschaftliche Ächtung der „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion

Da die „apokalyptisches Covid“-Fraktion (via Medien und Regierungen) die Deutungsmacht innerhalb der Gesellschaft innehält, wird die „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Fraktion geächtet – bis hin zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz durch die Schaffung eines eigenen Beobachtungsgrundes (Anmerkung von mir)

Verlust des „eine-Art-von-Grippe-Covid“-Denkmodells in der Gesellschaft

Durch die Ächtung dieser Position und ihrer Vertreter bleibt nur eine, die „richtige“ Haltung übrig.

Zusammenfassung
  • Unterschiedliche Denkmodelle / Herangehensweisen erlauben unterschiedliche Sichtweisen / Perspektiven auf ein Problem
  • Sich auf nur eines der Denkmodelle zu beschränken blendet seine Gefahren aus
  • Wenn die eine Fraktion sich nicht in das Denkmodell der anderen einfühlen kann (oder will), dann verlieren sie die Fähigkeit zum Diskurs
  • Ächte andere Denkmodelle nicht; versuche sie zu verstehen

Dieser letzte Punkt ist in meinen Augen die Kernaussage von Cognivity Empathys Videobotschaft:

Ächte andere Denkmodelle nicht; versuche sie zu verstehen

Vielleicht möchtest du dir jetzt, versehen mit diesen Erklärungen, das Video noch einmal ansehen:

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