Gastbeitrag: Das Paradox von Vechta

Beitragsbild von LoggaWiggler auf pixabay

Gastbeitrag von Plattenbörse Heidelberg

11. April 2021

In unserer Reihe „Keine Panik (-mache)“ stellen wir heute den Landkreis Vechta in Niedersachsen vor:
Er hat eine „Inzidenz“ von 234, und doch ist hier seit einem Monat kein Mensch mehr an Corona gestorben.

Generell sind im Landkreis Vechta erst wenige Menschen an CoVid-19 gestorben (79); er hat damit eine der niedrigsten Sterblichkeitsraten aller 294 Landkreise und 118 kreisfreien Städte in Deutschland

Goslar dagegen (das genauso groß ist wie Vechta), hat eine „Inzidenz“ von nur 61 (also ein Viertel) – und doch sind hier in den letzten 60 Tagen mehr als 4 mal so viele Menschen an Corona gestorben wie in Vechta.

Insgesamt waren es 18 seit dem 10. Februar (trotz einer „Inzidenz“ von durchgehend unter 60), während in Vechta (wo es genau umgekehrt war – und die „Inzidenz“ von 192 nur kurz auf knapp 90 fiel, und dann wieder hoch auf 234 ging), nur 4 verstarben.
Quelle: https://www.corona-in-zahlen.de

Deswegen nennt der Infektiologe Matthias Schrappe (der früher im Sachverständigenrat der Bundesregierung saß), es einen „Skandal, welche politische Rolle der Inzidenzwert spielt“.

Und doch soll jetzt dieser völlig beliebige Wert (der NICHTS über die Gefährlichkeit der Epidemie aussagt), zur Grundlage des „Infektionsschutzgesetzes“ gemacht werden, mit dem dann automatische Ausgangssperren, Berufsverbote und massenhafte Zwangstests verhängt werden können.

P.S.: wir wollten die Seite „Corona-in-Zahlen“ schon länger vorstellen, weil dort viele sachliche Informationen zu finden sind – die woanders fehlen.
https://www.corona-in-zahlen.de/landkreise/lk%20vechta/

Update vom 20. April 2021

Vor 9 Tagen berichteten wir über den Landkreis Vechta – und seine niedrige Coronasterblichkeit TROTZ seiner extrem hohen „Inzidenz“ (damals 234).

Mittlerweile ist die „Inzidenz“ sogar noch weiter gestiegen – auf über 300, die Stadt Vechta hat sogar 371. Das ist mehr als das DOPPELTE des deutschen Durchschnittswertes (172), und entspricht fast schon schwedischen Verhältnissen (dort liegt die nationale „Inzidenz“ mittlerweile bei 423).

Und doch sterben in Schweden, auf die Bevölkerung umgerechnet, 25 % WENIGER Menschen an Corona als in Deutschland (27 am letzten Freitag, bei einem Achtel der Bevölkerung).

Im Landkreis Vechta sind seit Beginn der Pandemie bisher nur 75 Menschen an Corona verstorben (nicht 81, wie wir letzte Woche vermeldeten). Vechta unterscheidet nämlich zwischen Menschen, die AN Corona sterben – und Menschen, die nur MIT Corona starben (also positiv getestet). Das geht aus der tagesaktuellen Grafik hervor (Bild 1).

Ist möglicherweise ein Bild von Karte

Die sog „Fall-Sterblichkeit“ liegt damit im Landkreis Vechta bei 1 %; es gibt nur 5 Landkreise und kreisfreie Städte in ganz Deutschland, die einen solch geringen Wert haben. Und es sieht nicht so aus, als ob „Inzidenz“-Werte von über 300 daran etwas ändern würden. Im gesamten April ist erst EIN Mensch im Landkreis Vechta an Corona gestorben (der in die Statistik schon miteinging), und selbst wenn KEINER der momentan 3 (!) Patienten auf den Intensivstationen des Landkreises überleben würde, wäre die Sterblichkeit immer noch EXTREM gering.

Der absolut willkürliche „Inzidenzwert“ hat in Vechta NICHTS mit einer „Überlastung“ des Gesundheitssystems zu tun – denn die Intensivstationen sind nur zu 11,5 % mit Coronapatienten belegt (Bild 2).

Ist möglicherweise ein Bild von Karte und Text „Anteil der COVID-19 Patientinnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten (Kreisebene) Vechta Anteil COVID-19 Patientinnenander der Patientinnen 11.54% Gesamtzahl der Intensivbetten: Betten frei: Betten belegt: Betten gesamt: Fälle aktuell in intensivmedizinischer 2 24 26 davon invasiv beatmet: 2 1%-5% 5%-10% 10%-15% 15%-30% 30%-50% 50%“

Wenn man allerdings das ZWEITE Bild des „DIVI-Intensivregisters“ anschaut, könnte man meinen, die Versorgung im Kreis stünde kurz vor dem Kollaps – dort werden plötzlich, TIEFROT, nur noch 7,7 % freie Betten angezeigt; WTF?

Ist möglicherweise ein Bild von Karte und Text „Anteil der freien Betten an Gesamtzahl der Intensivbetten (Kreisebene) Vechta Anteil freien Betten an Geşamtzahlder Intensivbetten: 7.69% Betten Bettenbeeg: gesamt: COVID-19Fälleaktuel intensivmedizinischer Behandlung: davon invasiv beatmet: 2 24 26 3 2 10% 10%-15% 15%-20% 20%-25%“

Wie kann es sein, daß eine der niedrigsten Auslastungen mit Coronapatienten deutschlandweit (von nur 11 %) SOFORT zu einer drohenden „Überlastung“ des Gesundheitssystems führt? (Und damit zur Begründung eines weiteren „Lockdowns“?)

Weil genau so, mit solchen Bildern (und rot eingefärbten Grafiken), Panik geschürt wird.

Intensivstationen sind IMMER voll; sie MÜSSEN voll ausgelastet sein, weil die Betten teuer sind, deswegen stehen sie so gut wie nie „leer“ oder „als Reserve“ herum.
Und weil die „typische“ deutsche Intensivstation im Durchschnitt nur 12 Betten hat (von denen höchstens eines frei ist), bedeutet schon EIN Corona-Patient eine Auslastung von 8 %, 2 Patienten eine Auslastung von 16 %.

Und genauso kommt auch die angebliche „Überlastung“ im Landkreis Vechta zustande:
2 Krankenhäuser, 2 Intensivstationen (mit 26 Betten), 3 Coronapatienten insgesamt, je ein Bett noch frei (pro Intensivstation) = Normalbetrieb. Wer will, kann sich die Situation in deutschen Krankenhäusern von einem Facharzt erklären lassen (der anschaulich erläutert, daß die Intensistationen schon IMMER „voll“ – und nie „leer“ waren.) Und daß die sog. „Inzidenzwerte“ damit NICHTS zu tun haben. https://t1p.de/i53x

Schreibe einen Kommentar