In eigener Sache | #Vaterlandsliebe

Vater, Ein Kleines Mädchen, Liebe, Mur, Bewundernswert
Liebe – auch Vaterlandsliebe – ist nur dann eine positive Emotion, wenn sie beiderseitig empfunden wird.
Selbst unter Erwachsenen verletzt nichts mehr als die fehlende Erwiderung für starke Gefühle, doch um ein Vielfaches schädlicher wirkt sich die Zurückweisung auf ein ungeliebtes Kind aus

Der Hashtag* #Vaterlandsliebe trendet in diesen Tagen in unserem doch so schönen, aber auch zutiefst gespaltenen Land.

*= mit dem Raute-Symbol # markierte Stichwörter,
die eine thematische Suche unter
Social-Media-Beiträgen ermöglichen
und dem Ermitteln von aktuellen Tendenzen dienen

Die sogenannten „Rechten“ streiten sich hierbei, ob nicht #Patriotismus der „bessere“ Begriff sei – und versteigen sich in Anschuldigungen, Patrioten mit ausländischer Herkunft „dürften“ das Wort Vaterlandsliebe nicht benutzen.

Shams:
Mittlerweile muss ich mich hier schon rechtfertigen, warum ich "Vaterlandsliebe" statt "Patriotismus" geschrieben habe.
Oh, sorry, vielleicht fand ich das Wort in dem Moment einfach schöner und angemessener und nicht so politisiert? Mein Gott. Ist doch lächerlich.
https://twitter.com/masyaf_sy/status/1180169588862046208?s=21

Von den „Guten“, den „Linken“ (eine Mitte gibt es ja nicht mehr, da klafft – Ginnungagap gleich – ein alles verschlingender Schlund, der einen fast schon auf Ragnarök und die danach folgende Wiedererstehung der erneuerten Welt hoffen lässt) folgt gebetsmühlenhaft die AfD-„Rechtsterror“-Nazi(Hinweis auf die Jahrgänge)-Keule, die jeden Diskurs erschlägt.

Konstantin von Notz:
Ich finde es ja irgendwie konsequent, dass die JU bedingungslos in ihre Kernwählerschaft der Jahrgänge 1860 bis 1920 hinein mobilisiert.
#Vaterlandsliebe
Wer sich in Zeiten des Rechtsterrors im AfD-Duktus an den Grünen abarbeitet, ist nicht konservativ, sondern ignorant. #DLT19

zu Paul Zimiak:
Jemand wie Habeck, der Vaterlandsliebe nicht kennt, sollte nie Verantwortung für dieses Land bekommen!
Konstantin von Notz – MDB Bündnis90/Die Grünen, stv. Fraktionsvorsitzender 
https://twitter.com/konstantinnotz/status/1183119452356911104?s=21

An dieser Stelle sollte man vielleicht Herrn Notz‘
mangelnde Geschichtskenntnisse aufpolieren:
Die letzte Reichstagswahl, die eine Wahlmöglichkeit bot,
indem mehr als eine Partei zur Auswahl stand,
fand am 5. März 1933 statt.
Das aktive Wahlalter in der Weimarer Republik
betrug laut Reichsverfassung 20 Jahre;
demnach konnten nur die Geburtsjahrgänge
älter als März 1913 an dieser Wahl ihre Stimme abgeben
– nicht 1920.

Vor allem in den Tweets der „Guten“, die auf Twitter so leicht an der EU-Fahne im Namen erkennbar sind (gerne ergänzt durch #fckxyz-Fäkalsprache) spiegelt sich jener kollektive Selbsthass, in dem auch ich in Schule und kirchlich-sozialem Umfeld herangewachsen bin, und die vom Blick durch die rosarote Brille getrübte Fernstenliebe


Alice Schwarzer 2006 in der FAZ


Doch es gibt ein besonderes deutsches Problem:
dieses deutsche Minderwertigkeitsgefühl,
das leicht in Größenwahn umschlagen kann.
Diese Fremdenliebe,
die Verherrlichung des Fremden
ist ein Resultat dieser mangelnden Selbstachtung.
Die Fremdenliebe ist natürlich nur
die andere Seite der Medaille Fremdenverachtung.

Da spielt in Deutschland der Protestantismus eine fatale Rolle
und das schlechte Gewissen wegen der Nazizeit.

Die klaffende Lücke zwischen dem kollektivem Selbsthass,  übersteigerter Fernstenliebe und dem Wegducken der breiten deutschen Masse, getrieben von der Angst, nur ja nichts falsches zu sagen, wird von nationalistisch fühlenden Migranten mit oder ohne Doppelpass in Deutschland nicht nur zum Fahnenschwenken (gerne rot mit Halbmond) bei Fußballspielen, zur automobilen Machtdemonstration mit Konvois aus (geliehenen) AMG-Mercedes‘ oder Maseratis genutzt, sondern äußert sich auch in höchst interessanten Statements von „Integrationsexperten“ mit Migrationshintergrund.

Hatice Akyün:
Der Generalsekretär der CDU benutzt juchzend rechtsextremes Vokabular wie "Vaterlandsliebe"!
Das ist so irre kurz nach #Halle, dass ich mich frage, was jetzt noch kommt. Blut und Ehre? Deutschland den Deutschen? Wahnsinn!
https://twitter.com/haticeakyuen/status/1183296508801748993?s=21

Wenn „wichtigste Impulsgeber der deutschen Integrationsdebatte“ wie Hatice Akyün den Begriff „Vaterlandsliebe“ als „rechtsextremes Vokabular“ bezeichnen, dann war Integration nicht nur nie ihr Ziel – sondern sie treibt die Absicht, den „schon länger hier Lebenden“ als Menschen zweiter Klasse solche Gefühle zu verbieten.

Noch entlarvender der Tweet von Sibel Schick, nach eigener Aussage „Journalistin, Speakerin“ und „Autorin“ des Lesehefts „Deutschland schaff‘ ich ab“ :

Sibel Schick:
Lasst alles kurz liegen und denkt ein paar Minuten darüber nach, wie geil euer Leben wäre, wenn sich Deutsche tatsächlich nicht mehr trauen würden, offen ihre Meinung zu sagen.
https://twitter.com/sibelschick/status/1184837265803091969?s=21

Mir hat diese Kurznachricht erstmal die Sprache verschlagen – aber zum Glück folge ich Leuten auf Twitter, die erheblich schlagfertiger sind: 

Rico Walter-Bretschneider (LL.B.)
Ja, Frau Schick, ich habe kurz darüber nachgedacht und bin zum Ergebnis gekommen:
Das hatten wir schon von 1933 bis 1945 und von 1949 bis 1989. Einen Teil davon habe ich erlebt  und das war nicht so geil.
Nennt sich Nationaler Sozialismus und Realexistierender Sozialismus!
Gemerkt?
https://twitter.com/ricowalterbret1/status/1185030497526661121?s=21

An dieser Stelle eine Folgeempfehlung an alle, die auf Twitter aktiv und an politischen Themen interessiert sind: @RicoWalterBret1, der für die Freien Wähler in einen Ortschaftsrat und Kreistag der schönen sächsischen Provinz gewählt wurde, zwitschert auf dem Kurznachrichtendienst sachlich und pointiert (und ohne das wütende Donnergrollen, das mich manchmal angesichts der aktuellen Zustände packt). 

Doch zum Glück sind beileibe nicht alle Migranten vom Schlage einer Frau Akyün oder Schick. Nein, neben bewundernswerten Prominenten wie Imad Karim oder Bassam Tibi (sowie jenen, die wie ein Akif Pirinçci sogar mich zu spalten vermögen), zeigen nicht wenige (und hoffentlich Vertreter einer schweigenden Mehrheit) von Menschen, die mit Migrationshintergrund hier in Deutschland ganz und gerne angekommen sind, für welches Land ihr Herz schlägt.  

Birgül Akpinar:
Es wird Zeit, dass die #Bundeskanzlerin den hier lebenden Menschen aus der #Türkei die #Loyalitätsfrage stellt!
Wer #Kriegseinsätze und #Völkerrechtsbruch von deutschem Boden aus befürwortet und unterstützt, ist auf #türkischem Boden besser aufgehoben!
https://twitter.com/birguelakpinar/status/1185284379909722113?s=21

Aus solchen Zeilen eines Mitglieds des Landesvorstands der CDU Baden-Württemberg spricht – ungeachtet der Abstammung, die zu Recht gleichgültig sein sollte – eine tief empfundene Vaterlandsliebe.  

Wieder dieses Wort: Vaterlandsliebe.

Und das von jemandem, der vielleicht gar nicht hier geboren ist?
Dessen Vater nicht deutsch war oder ist?
Der von seiner Mutter zuerst lernte sich in einer anderen Sprache zu artikulieren?

Würde nicht – wie Twitter-User shams eingangs vorgeworfen – der Begriff „Patriotismus“ gerade für Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund für ihre Wahlheimat besser passen?

Dieses Bild, auf Facebook geteilt, hat mich zum Nachdenken gebracht:

Bild könnte enthalten: Text
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=2500695386826531&set=a.1427183194177761&type=3&permPage=1

Nicht erst in Zeiten von Patchwork-Familien übernehmen Männer die Vaterrolle für Kinder, die nicht mit ihnen verwandt sind. Das gleiche gilt für Adoptions-Papas und – das wollen wir nicht verschweigen – soziale Väter, die sich für den Erzeuger eines Kuckuckskinds halten. Experten zufolge trifft das immerhin auf jedes 10. Kind in Deutschland zu.

Wer einmal den liebevollen Umgang eines Stiefvaters mit den Kindern seiner Partnerin erlebt hat, wer Zeuge wurde, wie der kleine Junge, nachdem er zum wiederholten Mal vom leiblichen Vater versetzt wurde, die Ärmchen um den Patchwork-Daddy schlingt und seufzt: „Ach, am liebsten hätte ich, dass du mein ganzer Papa bist!“ – der spürt, dass dort ein Zusammenhalt, Vertrauen und – ja, Liebe herrscht. Ganz und gar ohne Blutsverwandtschaft

Vater, Ein Kleines Mädchen, Liebe, Mur, Bewundernswert
Foto: pixabay

Und so ist das auch mit dem Vater „Land“: Es braucht kein Blutsband, um zusammenzugehören, sich einer „Familie“ namens Gesellschaft angehörig zu fühlen, die „Hausregeln“ in Form einer gemeinsamen Kultur lebt (und nicht nur die vielbeschworene Einhaltung des Grundgesetzes – das zudem von höchster Stelle zu oft verbogen und missachtet wurde).

Gleichzeitig gibt es biologische Väter, die zu keiner positiven Emotion gegenüber ihren Kindern in der Lage scheinen. Die ihnen sogar, wie es in Missbrauchs- und Kindeswohlgefährdungs-Prozessen bis hin zum Totschlagen oder Verhungernlassen zu Tage kommt, gleichsam ungerührt ihrem eigen Fleisch und Blut die unaussprechlichsten Dinge antun.

Mitunter kommt es auch – um den Bogen zurück zur eingangs erwähnten Fernstenliebe (Fremdenliebe) zu schlagen – zu beidem in einer Person: Ein Vater, der das eigene Kind unbeachtet dahinvegetieren lässt, während die von der neuen Partnerin in die Ehe gebrachten Stiefkinder mit Liebe und Luxus überschüttet werden. Erscheint das als geradezu märchenhaft geläufig? Ja, dieses Phänomen muss sehr alt sein, wenn es schon in „Aschenputtel“ beschrieben wurde.

Seele, Mann, Person, Rauch, Licht, Traurig, Geist
Foto: Pixabay

Kommt der Gedanke nicht bekannt vor: „Vater“ Deutschland der, dem Märchen vom Aschenputtel gleich, seine fleißigen Söhne und Tochter schuften lässt für die stets gut gefüllte (Staats)Schatulle – an der sich dann „Vater“ (Regierung), „Stiefmutter“ (EU) und die „Stieftöchter“ (z. B. Islamverbände, „Fluchtsuchende“ und europäische Armutsmigranten) bedienen. Wovon aber nur die Reste dem „Aschenputtel“ zukommen.

Vielleicht nicht immer so überspitzt – doch im Fall der Armutsrentner, für die kein Geld da sein soll, ist dieser Vergleich sicher nicht an den Haaren herbeigezogen.
Ganz ab jedoch vom finanziellen Schröpfen durch die europaweit zweithöchsten Steuern und Abgaben: Wer hat nicht das Bild vor Augen, wie Angela Merkel, die „mächtigste Frau der Welt“ auf der Wahlparty 2013 dem verdutzten (damaligen) Generalsekretär Herrmann Gröhe in einer „harten, unfreundlichen Geste“ die deutsche Fahne entreißt und von der Bühne entfernt?


Heinz Rudolf Kunze


Wir sind die Menschen,
denen bei dem Wort „Volk“ eher das Wort „Pack“ einfällt,
als das Wort Volksgemeinschaft

Wer Deutsche, die ihre – wie inzwischen anhand der Kriminalitätsstatistik belegt – berechtigte Sorge vor den ungeordneten (und größtenteils unregistrierten) Strömen von jungen, kräftigen Männern aus patriarchalischen Kulturen äußerten, als eben dieses „Pack“ bezeichnete, wird hoffentlich noch jedem bekannt sein.

Die Vertreter Deutschlands als „Vater“ zeigen dem „Kind“ bzw. steuerzahlenden Staatsbürger in Form von Politikern von A wie AKK über D wie Drehhofer, H wie Habeck bis P wie „Pöbel-Ralle“ Stegner allzu gern die kalte Schulter, selbstverständlich im besten Sinne des „nie wieder“, das vor lauter Hass blinder macht als vielleicht einäugige Liebe.

Solcherart abgewiesene „Kinder“, die ohne Liebe und Fürsorge aufwachsen müssen, wenden sich als Erwachsene, die ohne haltgebende Wurzeln auskommen müssen, allzu oft einem „Vaterersatz“ zu, dem sie kritiklos folgen.

Ähnliches geschieht bei Bürgern, die sich von ihrem Staat als „störendes Element“ eingeordnet fühlen, bestenfalls als humanes „Zuchtmaterial“, das aus der „Abschottung“ herausgeführt werden muss, die „uns in Inzucht degenerieren lassen“ würde – wenn wir uns nicht von (ausgerechnet besonders unter den Folgen tribalistischer Verwandtenehe leidenden) muslimischen Zuwanderern eine „Genauffrischung“ verpassen lassen.

San Miniato, Antifa, Toskana
Foto: Pixabay

Ohne Hoffnung auf Gegenliebe (oder zumindest Wertschätzung, Anerkennung oder gar Respekt für ihre alltäglichen Leistungen) durch das abweisende Vaterland wenden sie sich – zu Recht enttäuscht – dann in zunehmender Zahl dem Extremismus jedweder Form zu, in der (trügerischen) Hoffnung, dort das zu finden, was ihnen verwehrt worden ist.

Liebe – auch Vaterlandsliebe – ist nur dann eine positive Emotion, wenn sie beiderseitig empfunden wird. Selbst unter Erwachsenen verletzt nichts mehr als ohne Erwiderung für starke Gefühle zu bleiben, doch um ein Vielfaches schädlicher wirkt sich die Zurückweisung auf ein ungeliebtes Kind aus.

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