Interna aus dem Autorenleben | Moral-Lehrstunde für Autoren von Liebesromanen

Moral und Liebesroman?

Spinnt sie jetzt komplett?, werdet ihr euch fragen. Die Frage, wo geschmackvoll beschriebene Erotik aufhört und wo Pornografie anfängt, hatten wir doch schon mal.

Nein, ich will mich heute nicht über verklemmte Moralapostel amüsieren, die sich derart über die Beschleunigung ihres Herzschlags in Kombination mit seltsamen Empfindungen an komischen Körperstellen aufregen, die sie beim Lesen gewisser Szenen aus meiner Tastatur erleben müssen, dass sie arme, dritte Unbeteiligte vorschicken müssen, die mir dann „schonend beibringen“ sollen, dass es in Falkenherz zu viele Sexszenen gibt.

Nein, das Thema ist gegessen (und ich bin ehrlich gesagt froh, dass dies zu so einem frühen Zeitpunkt geschah, denn in „Foy“ geht es erheblich mehr zur Sache – von der Zeitreise-Romanze ganz zu schweigen).

Ich bin heute früh bei meiner morgendlichen Frühstückslektüre über einen augenöffnenden Artikel gestolpert, den ich euch nicht vorenthalten kann:

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Aus dem Fundus der Autorin: Der wahre Grund für Wikingerüberfälle

Der wahre Grund, den dieser Artikel als möglichen Auslöser aufzeigt, passt derart gut zu meinem Motto, dass ich nicht umhin komme, ihn euch zu präsentieren.
Denn ich habe es ja schon immer gewusst, und bereits den Held meines, im Herbst 2013 begonnenen Erstlings aus einem einzigen Grund auf „Glücksfahrt“ gehen lassen:

Wikinger im Herzen!

Inzwischen sind anscheinend auch die Experten dahintergekommen. ‚
Ob sie meine Bücher gelesen haben?

The real reason for Viking raids: Shortage of eligible women?

by Charles Q. Choi Live Science Contributor – Published November, 25, 2016
For all their infamous raiding and plundering, the Vikings who attacked from Scandinavia might have been just a bunch of lonely-hearted bachelors, new research suggests.

zum Artikel auf foxnews.com ->

In der Folge meine Übersetzung von Auszügen – sowie meine Gedanken dazu

Der wahre Grund für Wikingerüberfälle: Knappheit an in Frage kommenden Frauen?

So berüchtigt für alle ihre Überfälle und Plünderungen wie sie sind, könnten die Wikinger, die von Skandinavien aus angegriffen haben, doch nur ein Haufen Junggesellen mit einsamem Herzen gewesen sein – dies schlägt die neueste Forschung vor.

Tja, da haben es die Forscher also auch schon gemerkt.
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Andskotinn!* (isländ. für "Verdammt!")

Manchmal – zugegebenermaßen aber nur sehr selten – reut es mich, dass ich im historischen Genre schreibe.
historischgoesromantisch
Denn manches wäre doch einfacher in einem zeitgenössischen Setting. Wie zum Beispiel die Frage der Kontrazeptiva oder bei Szenen, wenn eine Prota in einer heutigen Situation kurzerhand im Drogeriemarkt einen Schwangerschafts-Schnelltest kaufen würde.
Aber was mache ich dann?
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Liebe vs. Fußball

https://www.museen.nuernberg.de/fembohaus/dauerausstellung/zeitreise-durch-die-geschichte-nuernbergs/sigena-urkunde/

Neulich stieß ich in einem Schriftstellerforum auf eine gewagte These einer angehenden Kollegin betreffend Authentizität in historischen Romanen:

Sie behauptete: Das Thema „Liebe“ wäre früher ein ganz anderes gewesen als heute.
Einen Liebesroman im Mittelalter spielen zu lassen, sei natürlich eine hübsche Idee.
Aber sie bezweifelte, ob das authentisch sein könnte.
Sie fragte: „Wurde die Liebe damals so „hoch gehalten“ wie heute?“ und antwortete selbst: „Nein.“
Zu anstrengend wäre der Überlebenskampf, zu streng die gesellschaftlichen Normen, zu rau der Alltag gewesen.

Einspruch!

„Liebe besaß früher nicht den Stellenwert wie heute …“ – diese Aussage ist falsch, wie ich nachfolgend belegen möchte.

Vorab jedoch ein Zitat der großartigen Rebecca Gablé *:

Das Mittelalter war viel besser als sein Ruf:
Es erfand nicht nur das, was Frauen für das Wichtigste im Leben halten – die Liebe – sondern ebenso das, was Männer für das Wichtigste im Leben halten, nämlich den Fußball.
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