Pandemie der Ärzte – Die Wortwahl der Verbände

Wenn der Bundesvorstand des „einzigen freien Ärzteverbands“ es für nötig erachtet, die Analyse von Abrechnungsdaten mit den Begriffen „Schwurbel-BKK“ und „hinterlistige Täuschungsabsicht“ zu diskreditieren, dann wird klar, was die Stunde geschlagen hat.

Der Virchow-Bund – nach eigener Aussage „der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt“ – versieht seine Stellungnahme zum Brandbrief des BKK ProVita-Chefs ans PEI (Quellen) und andere mit der folgenden Überschrift:

„Schwurbel-BKK gibt falschen Alarm bei Impfnebenwirkungen“

Dann zeigt sich überdeutlich, dass wir es mit einer Pandemie der Ärzte zu tun haben, wie auch schon hier und hier aufgezeigt.

Zitat:
„Diese undifferenzierte Schwurbelei passt aber ganz offensichtlich in das Markenimage der Kasse, die mit Homöopathie und Osteopathie als Satzungsleistungen wirbt und sich selbst als ,veggiefreundlichste Krankenkasse‘ tituliert. Offenbar will man vor allem Werbung in der impfkritischen Klientel machen.

Der Ärztebund verweist darauf, dass die ausgefilterten ICD-Codes „jedoch die gesamte Bandbreite der erwartbaren, milden und vorübergehenden Folgen einer Impfung“ umfasse, „z. B. eine leichte Schwellung an der Einstichstelle oder erhöhte Temperatur durch die Immunantwort“.

Ja, genau. Die Versicherten rennen natürlich ausschließlich wegen solchen Lappalien wie einer „leichten Schwellung an der Einstichstelle“ zum Arzt oder wenn die Immunantwort auf eine Impfung zu „erhöhter Temperatur“ führt.

Von einer „Gefahr für das Leben von Menschen“, könne also keine Rede sein, vielmehr vermutet Dr. Dirk Heinrich, der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte (Virchowbund), „peinliches Unwissen oder hinterlistige Täuschungsabsicht“ bei der Warnung des Vorstands der BKK ProVita vor alarmiernden Zahlen bei Impfkomplikationen. Er verunglimpft die Schlussfolgerungen aus der Datenlage als „kompletten Unfug“.

Für den unbeteiligten Beobachter (ich bin weder geimpft noch in der Gesundheitsbranche tätig) drängt sich hier der Eindruck auf, dass es sich hier erneut um die „über das übliche Maß hinausgehende“ Verharmlosung bzw. gar Verneinung von Impf-Nebenwirkungen seitens der Ärzteschaft handelt.

Quellen:

Pressemitteilung des Virchow-Bunds hier
WELT-Artikel „Heftiges Warnsignal“ zum BKK-Brief hier
Brandbrief des BKK ProVita Vorstands hier
Zahlen der BKK ProVita Analyse hier
Antwort des PEI auf WELT-Anfrage
Der Olympia-Achter im Zurückrudern der WELT hier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.