Von kleinen Blümchen und dem großen Bluff

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Wir schreiben den 20. Dezember 2020, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich noch nie eine Vorweihnachtszeit wie diese erlebt habe:

Ausgestorbene Innenstädte, verrammelte Buchhandlungen, Spielzeugläden. Nicht einmal Grußkarten kann man im Schreibwarenhandel erwerben (während sich gleichzeitig die Interessenten für Büchergeschenke, Spielzeug und Papeterie in den entsprechenden Abteilungen von „Drogerie“märkten und Vollsortimentern gegenseitig auf den Füßen herumtreten).

Jedem recht und billig denkenden Bürger ist klar, dass die von den Regierungen getroffenen Maßnahmen nicht dazu geeignet sind, Kontakte zu minimieren.

Anekdotisches Beispiel: Der Florist, dem meine Tochter auf Instagram folgt, darf in seinem Laden (in Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen – in anderen Bundesländern des deutschen Flickenteppichs sieht es ganz anders aus) nur Schnittblumen verkaufen.

Topfblumen (die gerade in der Weihnachtszeit besonders nachgefragt werden, weshalb er entsprechende Mengen geordert hatte) aber nicht. Glücklicherweise konnte der Florist ein paar Tankstellen in seinem Umfeld dafür gewinnen, die Topfpflanzen in seinem Auftrag anzubieten.

(Die Frage, welcher Regierungs-Logik folgend der Kauf einer Orchidee im Blumenladen zur Übertragung des Todesvirus führt, beim Shoppen in der Tankstelle oder im Discounter – dort werden Phalaenopsis in dekorativer Bodenvase selbst im vom maoistischen Moralwächter Kretschmann gebeutelten Baden-Württemberg angeboten – jedoch keine Gefährdung der Bevölkerung besteht, klammern wir an dieser Stelle aus. Böse Zungen könnten behaupten, im aktuellen Regierungshandeln nicht den Ansatz von logischem Denken zu erkennen …)

Ein potentieller Kunde, der in Kaufabsicht einer Topfpflanze den Blumenladen aufsucht, und von dort zur nächsten Tanke geschickt wird, verringert also das durch Kontaktreduktion zu senkende Infektionsrisiko. Ahh, ja.

Parallel dazu überbieten die Bundes- und Landesregierungen sich, assistiert von der willfährigen Presse, den Kotau praktizierenden Expertenrunden und ethisch verkommenden Ethikratsmitgliedern in der XXL-Projektion von Schreckensszenarien, um die Bevölkerung im Zustand der Panik zu halten.

Verstehen wir uns recht: Das Corona-Virus ist gewiss kein Schnupfen (auch wenn ein simpler respiratorischer Infekt für einen alten, kranken, immunschwachen Körper ebenso lebensbedrohlich sein kann wie eine Grippe).

Aber es braucht aktuell nicht nur eine objektive, evidenzbasierte und sachlich korrekte Information anstatt große Teile der Bevölkerung in Hysterie zu versetzen, es braucht auch dringend eine Güterabwägung.

Denn der Pflicht des Staates, die Allgemeinheit vor Seuchen zu schützen steht das Persönlichkeitsrecht jedes Einzelnen gegenüber – und es sind inzwischen gar nicht mehr (Ver)Einzel(t)e, die unter den ohne Güterabwägung getroffenen Maßnahmen leiden.

Werden denn Handlungsalternativen vergleichend gesichtet? Wird denn das Wohl aller von der Handlung Betroffenen und die erwartbaren Folgen beachtet, wobei zu den Betroffenen auch zukünftige Generationen gezählt werden?

Nicht einmal das Wohl der jungen Generation wird derzeit doch gewichtet. „Meinem Kind macht es nichts aus, auf seine Freunde zu verzichten/in der Schule Maske zu tragen/keinen Sport zu machen …“ – so brüsten sich nicht wenige.

„Wir machen die Kleinsten zu den grössten Verlierern dessen, was uns als Menschen [ausmacht]. Wer keine lebendigen Bedürfnisse mehr hat, ist gefügig geworden und wird sich nicht mehr wehren.“

Geralt Hülther in der NZZ

Ganz zu schweigen von dem gigantischen Schuldenmonolithen, den die planlose Coronapolitik dieser und kommenden, zukünftigen Generationen hinterlassen wird – denn eine rasche Konsolidierung, wie sie nach Einführung der Schuldenbremse ab 2009 erfolgte, ist wegen der veränderten Altersstruktur und dem bereits jetzt historisch niedrigen Zinsniveaus nicht zu erwarten.

Und trotzdem sind Bundes- und Länderregierungen bereit, nahezu alles auf dem Altar der Gesundheit zu opfern. Lassen wir dabei mal außer Acht, dass sich dabei nur auf die Gesundheit der über 80-Jährigen sowie der von Risikopatienten fokussiert wird, und die Gesundheit von Tumorpatienten, Herzinfarkt- und Schlaganfallsopfern sowie die psychische Gesundheit von breiten Bevölkerungsschichten ausgeblendet wird.

Ich möchte an dieser Stelle sachlich informieren und nicht dem emotionalisierten Feuerwerk der Hysterie, das die Agierenden als vorauseilenden Ersatz für Silvester zünden, einen bitteren Spiegel vorhalten.

Pikant wird die einseitige Fokussierung auf den Wert „Gesundheit“ beim Seuchenschutz vor allem deshalb, weil der Staat diese seine Pflicht insbesondere auf dem Gebiet der Klinikinfektionen schon seit Jahren vernachlässigt. Der verlinkte Artikel befasst sich zwar mit der verpflichtenden MMR- bzw MMRV-Impfung, die Aussage lässt sich meines (laienhaften) Erachtens nach aber auch auf die aktuelle Situation übertragen.

Im Krankenhaus erworbene Infektionen betreffen deutschlandweit jährlich zwischen 400.000 und 1 Million Patienten. Gemessen an der Zahl solcher Infektionen pro 100.000 Einwohner steht Deutschland schlechter da als der EU-Schnitt – was bis zu 40.000 Todesopfer fordert.

Und wenn man dann lesen muss, dass mitten in der (angeblich) größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und der herbeifabulierten Triage wegen Intensivbettenmangels ganze Krankenhäuser wegen Unrentabilität geschlossen werden, dann sollte selbst demjenigen, der sich einen „starken Staat“ als quasi fürsorgliche Vaterfigur wünscht, klarwerden, dass wir einem riesengroßen Bluff auf der Spur sind.

Um vom eigenen Versagen in Hinblick auf die Pandemie der kaputtgesparten Gesundheitssysteme abzulenken, wird die Bevölkerung mit zunehmend hirnrissigen Verordnungen zermürbt und mit unzähligen Existenzen gleich auch noch das ganze (Beute)Land ruiniert.

Ich spüre, dass ich wieder wütend werde – und beende meinen Text lieber an dieser Stelle, um euch abschließend noch auf ein Projekt aufmerksam zu machen:

@MrJonasDanner auf Twitter

Ich wünsche euch trotzdem Frohe Weihnachten!

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