Covid killt

Dass ich noch einmal Harry Potter zitieren würde …

… hätte ich mir auch nicht zu träumen gewagt …

„Die Wahrheit ist etwas Schreckliches und Schönes zugleich und sollte daher mit großer Umsicht behandelt werden. A. Dumbledore

Zitat gefunden bei @SiriaBlack3 auf Twitter

Beitragsbild von Med Ahabchane auf pixabay

Was nun folgt, ist schrecklich und es ist ganz gewiss unschön, aber ich fürchte, es ist die Wahrheit – weshalb ich es mit größter Umsicht behandele

Was wäre, wenn …

Ich lese von einer Studie der Top-Wissenschaftler John A. Ioannidis und Jay Battachayra, wonach Lockdowns in Bezug auf das Infektionsgeschehen einer Epidemie keinen Nutzen erbringen – im Gegenteil:

Neben massiven Nebenwirkungen – neudeutsch als collateral damage verniedlicht – wirkt sich ein Einsperren der Bevölkerung auf beengten Wohneinheiten sogar kontraproduktiv aus:

In Ermangelung der Möglichkeit, einander draußen, beim Schul- oder Kindergartenbesuch, beim Sport oder wobei auch immer aus dem Weg zu gehen, glucken die Menschen dort, wo die meisten Ansteckungen stattfinden, aufeinander herum.

Ich will heute weder darauf abheben, dass selbst einer der Hersteller von PCR-Tests bereits am 16.12. eine grundlegende Änderung im Umgang mit den Ergebnissen vom Robert-Koch-Institut forderte, weil ca. die Hälfte der positiv Getesteten nicht infektiös sind,

noch dass ungefähr ein Drittel der Infizierten kaum spürbare Beschwerden haben (genau dafür hat sich die Evolution nämlich so etwas wie das Immunsystem ausgedacht).

Nein, sehen wir den Tatsachen ins Auge:

Nicht nur in Pflegeeinrichtungen und Altenheimen sterben alte Menschen in Massen.

Das ist furchtbar.

Auch wenn der „durchschnittliche“ (entsetzliches Wort) Corona-Tote mit 82 Jahren auf ein langes und hoffentlich erfülltes Leben zurückblicken konnte – wir als Familie erinnern uns noch zu gut daran, welch schmerzhaftes Loch der unerwartete Tod unserer Großtante mit 89 und unserer Oma und Uroma mit 92 Jahren ein paar Jahre später in unsere Mitte gerissen hat.

Der statistisch ermittelte Wert der durchschnittlichen Lebenserwartung gilt nämlich nicht für Hochbetagte; der wird nämlich von – meist Unglücksfällen und tragischen Erkrankungen in jugendlichem Alter verzerrt. Wer erst einmal bei halbwegs funktionierender Gesundheit die 80 erreicht hat, für den sind die 90, 95 oder 100 zu erreichen keinesfalls utopisch.

Sterben ist – beschissen. Ja, ich sage das so hart. Wer meine Bücher kennt, weiß, dass ich meine Trauer über den Tod zweier meiner Samtpfoten nur durch die Verarbeitung in jeweils einem Manuskript ertragbar machen konnte.

Niemand sollte sterben müssen. Keiner den Verlust eines geliebten Menschen beklagen müssen. In einer idealen Welt wären wir alle so langlebig wie Tolkiens Elben oder die Götter des Nordischen Pantheons.

Unsere Welt ist wahrlich nicht ideal.

Sie ist, wie sie ist: grausam

Aber gemessen an den Verhältnissen in Drittweltstaaten, wo jedes 14. bis hin zu jedem 7. Kind (Afhanistan resp. Somalia) den 5. Geburtstag nicht erlebt, wo Müttersterblichkeit der entsetzliche Alltag für viel zu viele ist;

dagegen ist selbst unser schon lange vor Corona angemacktes und kaputtgespartes Gesundheitssystem in Deutschland der Himmel auf Erden.

Auch wenn Mediziner berichten, dass die Behandlung von Covid-19 einfacher wird, zu besseren Erfolgen führt, da sie Erfahrungen sammeln und ihre Behandlungsprotokolle verbessern –

Alte Menschen und von mehrfachen Risikofaktoren Betroffene sterben.

Das müssen wir anerkennen.

Es gibt nichts, was ihren Tod verhindern kann – denn breit angelegte Maßnahmen mit Geltung für die gesamte Gesellschaft schützen sie nicht; im Gegenteil: Es gibt sogar Hinweise dass während Lockdowns die vulnerablen Gruppen mehr infiziert werden als die Bevölkerung insgesamt.

Angesichts dessen müssen wir als Gesellschaft uns zwei Fragen stellen:

  1. Möchten wir, dass die Älteren und die Risikopatienten so „leben“ und sterben, wie sie es aktuell angesichts der Maßnahmen tun müssen?
    Ich setze „leben“ mit Bedacht in Anführungszeichen, denn ist es ein „Leben“, diese schiere Verlängerung des Daseins ohne qualitative Inhalte?
    Weggesperrt von der Familie, den Mitbewohnern, allein und stumpf in die Ecke gestellt ohne Gemeinschaftsaktivitäten wie Singen, Tanzen, Basteln, Essen …?
    Haben wir sie denn überhaupt gefragt, ob sie das wollen?
    Wo ist ihr Recht auf Selbstbestimmung abgeblieben?

    Und dann das Sterben …
    Mir bricht es das Herz wenn ich die Liste der Todesfälle in unserem Landkreis durchgehe und lesen muss, dass Hochbetagte einsam und alleingelassen in den Isolierstationen der Krankenhäuser gestorben sind.
    Ist das mit der grundgesetzlich garantierten Menschenwürde vereinbar?

    Als meine Oma, die ich oben erwähnte, starb – ich spürte das; entgegen sämtlicher Beteuerungen der Ärzte und des Pflegepersonals war mir klar, dass ihre letzten Stunden angebrochen waren – habe ich Stunden an ihrem Bett verbracht.
    Ich habe ihre Hand gehalten,
    ich habe sie gestreichelt,
    ich habe ihre faltige, schlaffe Wange geküsst,
    ich habe ihr (die Schwestern tobten: „Zucker!“, „Ungesund!“, „Gesättigte Fettsäuren!“) vom Kiosk im Erdgeschoss ein Stück Sahnetorte geholt. Mit extra Schlagsahne und einem Cappuccino, wie sie ihn liebte: Mit drei Stückchen Zucker.
    Ich habe sie damit gefüttert,
    ich habe sie den Kaffee schlürfen lassen.
    Ich hatte Tränen in den Augen, als sie sagte: „Ahh, tut das gut.“
    Ich konnte sie nicht zurückhalten, als sie hinzufügte: „Du bist doch ein gutes Kind.“
    Ich habe gespürt, wie das Leben langsam aus ihr herausrann, ihr die Kraft zum Sprechen fehlte.
    Ich habe einfach weiter ihre Hand gehalten und ihr alles erzählt, was mir eingefallen ist: Wie wir uns freitags nach meiner Schule immer in der Stadt getroffen haben, zusammen in der „Nordsee“ zu mittag aßen; wie sie eigens für mich, weil ich keine Ananas mag, das Rezept ihres geliebten „Toast Hawaii“ für mich abänderte; bis hin zu meiner ersten Erinnerung, wie wir alle, sie, meine Eltern, meine Großtanten, meine Tanten und ihre Ehemänner, meine Cousine und Cousins und ich, bei ihr im Wohnzimmer saßen und auf dem Schwarzweißfernseher in der Ecke die Landung der „Kaner mit der Kete aufm Mond“ (so soll ich das gesagt haben damals) angeschaut haben.
    Irgendwann ist sie eingeschlafen – und ich wurde von den Schwestern mit Nachdruck heimgeschickt. „Sie haben doch Kinder, die kommen jetzt aus der Schule. Die brauchen doch ein Essen auf dem Tisch. Und überhaupt: Seien Sie nicht so hysterisch, Ihre Oma stirbt nicht. Morgen verlegen wir sie in die Kurzzeitpflege …“
    Ich habe mich gefügt – und kaum, dass ich zuhause die Tür aufgeschlossen hatte (ich brauche quer durch die Stadt 15 min vom Krankenhaus) klingelte das Telefon. „Hier Station … wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihre Großmutter soeben verstorben ist.“
    Natürlich wäre ich zu gerne auch noch die letzte Viertelstunde bei ihr gewesen, aber was zählt ist: Ich war bei ihr solange sie wach und bei Bewusstsein war.
    Ich bin froh und dankbar, dass ich das für sie tun konnte.
    Genau das, was ich für jedes einzelne meiner Haustiere getan habe, wenn es an der Zeit für sie war, über die Regenbogenbrücke zu gehen: Ich habe sie bis zuletzt in meinen Armen gehalten.


    Aber unsere alten Menschen, die lassen wir jetzt auf der Isolierstation verrecken?
    Ehrlich?
    Ist es das, was uns als Zivilisation ausmacht?
    ?
  2. Und was ist mit dem Rest von uns, der großen Mehrheit der Bevölkerung?
    Die zu 50% mit Erkrankten zusammenleben, ohne dass es bei Ihnen zu einer Infektion mit SARS-Cov2 kommt?
    Die – von den verbliebenen 50% – dann zu einem Drittel kaum spürbare Beschwerden haben?
    Kinos, Theater, Konzerte werden geschlossen, der Einzelhandel, die Gastronomie und weite Teile des Dienstleistungssektors bekommen Berufsverbot verhängt – obwohl die dort Beschäftigten in keiner Weise bei Kontaktverfolgung auffielen, Kinder aus Schule und Kindergarten ausgesperrt.
    Existenzen werden vernichtet, Steuergeld in Rekordsummen verbrannt (ohne wirklich bei den Hilfsbedürftigen anzukommen), weil das Märchen von der asymptomatischen Ansteckung durch Medien und Politik trotz Beweis des Gegenteils verbreitet wird.
    Mit immer neuen Schreckensbildern jazzt die Presse den Cortisol-Level in Blut der Medienkonsumenten auf immer neue Höchstwerte. „Sachsen gehen die Särge aus“, „Neue Mutation aus Südafrika noch ansteckender“, „Rodeln killt!“ (Drogendealerei im „Görli“ hingegen nicht, da werden die Kriminellen von der Redaktion doch einfühlend begleitet …)
    Wie soll das weitergehen?
    Die Bevölkerung wird aufgehetzt gegen diejenigen, die Einspruch erheben und auf die Einhaltung geltenden Rechts pochen.
    Immer schriller die Wortmeldungen vor allem derer, die auf irgendeine Weise vom Staat (also vor allem den paar verbliebenen Nettosteuerzahlern) alimentiert werden. „Zwei-Kilometer-Radius sofort!“, „Kindergeburtstag feiern? Den Eltern gehören die Kinder weggenommen!“ bis hin zu „Stellt die Impfgegner / Maskenskeptiker / Querdenker doch an die Wand“.

Ich bin kein Corona-Leugner. Wahrlich nicht!

Der Virus tötet – siehe oben.

Aber aus Angst vor dem Tod (einzelner, besonders Schutzbedürftiger) dann gesamtgesellschaftlichen Suizid zu begehen – das kann und will ich nicht unterstützen!

Auf Twitter schrieb ich heute früh:

„Erst wenn der letzte Gastronom sich erhängt hat,
der letzte Einzelhändler pleite,
der letzte Nicht-Staatsbedienstete arbeitslos ist,
werdet ihr merken,
dass es ohne Steuergeld und Krankenkassenbeiträge
kein Gesundheitssystem geben kann.“

Weissagung der Corona-Paulinen (2021)

Was ich fordere, ist folgendes:

  • sofortige Öffnung von Kindertagesstätten und Schulen – die Zukunft derer, von denen wir die Erde geborgt haben, steht auf dem Spiel – Zug um Zug mit der Ausstattung der Klassen-/Gruppenräume mit Lüftungsanlagen
  • sofortige Öffnung von Einzelhandel, Gastronomie, Beherbergungsgewerbe, Dienstleistungen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen unter Beachtung der sich als erfolgreich erwiesenen Hygieneauflagen
  • breitangelegte Informationskampagne zu Präventionsmaßnahmen (ausreichende Zufuhr von Vitaminen, sportliche Betätigung, Händehygiene, kein Sozialkontakt bei Anzeichen von Symptomen)
  • Konzentration des Schutzes auf die Ältesten und Risikogruppen
  • Ermutigung zu Eingenverantwortung statt betreutem Denken
  • respektvoller Umgang mit jenen, die sich aus Sorge vor einer Ansteckung den Öffnungsmaßnahmen verschließen, ebenso wie
    respektvoller Umgang mit denen, die Covid unter der Kategorie „allgemeines Lebensrisiko“ in ihren Alltag einzubinden vermögen
  • Augenmerk auf die Situation der Herdenimmunität, denn nicht nur durch Impfung, sondern auch durch überstandene Infektion erlernt das Immunsystem, sich gegen künftige Erreger-Angriffe zu wehren.
  • Der Nachweis des Vorhandenseins von Antikörpern muss rechtlich dem Schutz durch Impfung gleichgestellt werden, durch einen simplen Test sollte insbesondere das Pflegepersonal dahingehend gescreent werden und neben freiwillig Geimpften vorzugsweise solche mit natürlichem Immunitätsstatus bei der Betreuung der vulnerabelsten zum Einsatz kommen
  • Aufhebung von Kontaktbeschränkungen in Kliniken, Pflege- und Altersheimen, sobald die Angehörigen einen positiven Antikörpertest vorlegen

Gewiss gibt es noch mehr Ansatzpunkte, das sind die, die mir einerseits am drängendsten, andererseits am einfachsten umsetzbar erscheinen.

2 Gedanken zu „Covid killt“

  1. …..soooooo richtig! Dankeeee für Ihre Worte!! Ich bin entsetzt wie „einfach“ es scheint uns Alle zu entmündigen, unsere Senioren einzusperren und vereinsamen zu lassen, unseren Kindern einen sorgenfreien, fröhlichen Alltag zu verweigern, sportliche Aktivitäten zu verbieten, das Singen und Tanzen zu verbieten !!!
    ….nicht zu vergessen, das man die berufliche Existenz Vieler zerstört, die Menschen damit von den Zahlungen des Staates abhängig macht!
    …..unsere Kinder und Kindeskinder werden hierfür bezahlen müssen! ….und sie werden uns irgendwann fragen, warum WIR das Alles zugelassen haben!
    Ich bin entsetzt!

Schreibe einen Kommentar